Pro-Musica-Plakette

Auszeichnung des Bundespräsidenten für seit 100 Jahren wirkende Orchestervereinigungen

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Allgemeines

Die Pro-Musica-Plakette wurde im Jahre 1968 durch Bundespräsident Heinrich Lübke als Auszeichnung für Vereinigungen von Musikliebhabern gestiftet, die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens und damit um die Förderung kulturellen Lebens erworben haben.

 

Die im Durchmesser 16 cm große Bronzeplakette zeigt auf der Vorderseite eine Musizierende mit Lyra sowie die Inschrift „Pro Musica – für Verdienste um instrumentales Musizieren“; die Rückseite zeigt den Bundesadler. Die Plakette wird zusammen mit einer Urkunde überreicht.

 

Die Pro-Musica-Plakette wird frühestens anlässlich des 100-jährigen Bestehens einer Musikvereinigung auf deren Antrag durch den Bundespräsidenten verliehen. Voraussetzung für die Verleihung ist der Nachweis, dass sich die Musikvereinigung in ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Pflege der instrumentalen Musik gewidmet und im Rahmen der örtlich gegebenen Verhältnisse künstlerische oder volksbildende Verdienste erworben hat. Eine nachträgliche Verleihung bei einem über 100-jährigen Bestehen ist selbstverständlich ebenfalls möglich.

 

Der Bundesmusikverband Chor & Orchester – hervorgegangen aus der zuvor entsprechend beauftragten Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände – ist Geschäftsstelle des Empfehlungsausschusses und koordiniert damit das Antragsverfahren zur Verleihung der Pro-Musica-Plakette.

Historie

Die Stiftung der Pro-Musica-Plakette erfolgte nach dem Vorbild der bereits zwölf Jahre zuvor neu ins Leben gerufenen Zelter-Plakette für Chöre.

 

In den Jahren von 1969 bis 2019 wurden bislang insgesamt 2.077 Pro-Musica-Plaketten verliehen. 2.025 dieser ausgezeichneten Musikgemeinschaften gehörten Mitgliedsverbänden des Bundesverbands Chor & Orchester an, 3 anderen Verbänden und 49 Musikvereine hatten keinen Verbandsanschluss. In der nachfolgenden Tabelle sind die Orte des jährlichen zentralen Festakts zusammen mit der Anzahl der jeweils geehrten Orchester chronologisch aufgeführt.

Bisherige Verleihungen der Pro-Musica-Plakette

1969

München

148

1971

Remscheid

135

1972

Karlsruhe

66

1973

Mainz

43

1974

Hannover

32

1975

Trossingen

33

1976

Bremen

54

1977

Passau

37

1978

Saarbrücken

40

1979

Lübeck

36

1980

Solingen

32

1981

Berlin

32

1982

Freiburg i.Br.

33

1983

Arnsberg

43

1984

Braunschweig

32

1985

Erlan gen

45

1986

Darmstadt

42

1987

Hamburg

41

1988

Baden-Baden

36

1989

Köln

32

1990

Trier

25

1991

Bremerhaven

39

1992

Kleve

32

1993

Leipzig

32

1994

Tübingen

33

1995

Rostock

40

1996

Siegen

36

1997

Garmisch-Partenkirchen

39

1998

Gera

42

1999

Frankfurt (Oder)

36

2000

Trossingen

65

2001

Wolfenbüttel

45

2002

Bingen

47

2003

Halle (Saale)

34

2004

Fulda

44

2005

Marktoberdorf

45

2006

Eisenach

43

2007

Saarbrücken

27

2008

Bruchsal

48

2009

Osnabrück

27

2010

Lippstadt

45

2011

Koblenz

31

2012

Elmshorn

48

2013

Ulm, Neu-Ulm

41

2014

Zwickau

21

2015

Celle

8

2016

Eberswalde

7

2017

Konstanz

15

2018

Bad Homburg

14

2019

Gotha

76

Richtlinien

Die Pro-Musica-Plakette wird frühestens anlässlich des 100-jährigen Bestehens einer Musikvereinigung auf deren Antrag durch den Bundespräsidenten verliehen. Voraussetzung für die Verleihung ist der Nachweis, dass sich die Musikvereinigung in ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Pflege der instrumentalen Musik gewidmet und im Rahmen der örtlich gegebenen Verhältnisse künstlerische oder volksbildende Verdienste erworben hat. Entsprechend den erbrachten Nachweisen zum Alter der Musikvereinigung ist eine von fünf Möglichkeiten des Eintrags in der Ehrenurkunde vorgesehen:

 

  • gegründet am [Tag der Gründung]
  • gegründet [Jahr der Gründung]
  • gegründet vor [Jahr der Gründung]
  • mit Tradition seit [Jahr der Gründung]
  • mit Tradition von mehr als 100 Jahren

 

Das Verfahren ist geregelt in den Richtlinien zur Verleihung der Pro-Musica-Plakette. Knapp 50 Jahre nach ihrer Schaffung wurden diese Richtlinien 2016 neu gefasst und dabei an die gegenwärtigen Strukturen in Politik und Verbänden angepasst sowie sprachlich modernisiert. Sie sind unterzeichnet von Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und veröffentlicht im Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 41 vom 22. August 2016 ab Seite 1978.

 

Link: Richtlinien zur Verleihung der Pro-Musica-Plakette

Antragsverfahren

Termin

 

Die Pro-Musica-Plakette wird nach 100 Jahren ununterbrochener Tätigkeit nicht „automatisch“ verliehen, sondern muss beantragt werden. Antragsschluss ist der 30. Juni eines Jahres für eine Verleihung im Folgejahr, d.h. wer die Plakette 2021 erhalten möchte, muss einen entsprechenden Antrag bis zum 30. Juni 2020 stellen.

 

Formular

Antrag A

Antragsteller schicken ihre Unterlagen an ihren zuständigen Fachverband. Dieser bestätigt unter Nr. 12 des Antragsformulars die Richtigkeit und Vollständigkeit des Antrags. Der Fachverband übersendet die gesamten Unterlagen (Antragsformular in dreifacher Ausfertigung, Belege in einfacher Ausfertigung) bis spätestens 30. September an den BMCO.

Antrag B

Musikvereinigungen ohne Verbandsanschluss richten ihren Antrag mit Belegen an das für Kultur zuständige Landesministerium. Von dort wird der Antrag nach Prüfung auf Vollständigkeit (siehe Antragsformular: Punkt 10a-d) bis spätestens 30. September direkt an den BMCO weitergeleitet.

Bei Musikvereinigungen im Ausland erfolgt die Verleihung der Plakette auf Vorschlag des Auswärtigen Amtes. Der Antrag  ist über die zuständige deutsche amtliche Vertretung bzw. über das Auswärtige Amt einzureichen.

Unterlagen

 

Zusammen  mit dem Antragsformular sind folgende Unterlagen über die Musikvereinigung vorzulegen:

 

1. Nachweise zu Gründung und Bestehen der Musikgemeinschaft

 

1.1    Urkunden, Satzungen: Das Gründungsjahr soll durch unmittelbare Zeugnisse zweifelsfrei nachgewiesen werden. Hierunter fallen beispielsweise:

  • Gründungsurkunde
  • Satzung der Musikvereinigung
  • Auszüge aus Tauf- und Familienregistern mit Namen der Musiker
  • Auszüge aus Chroniken über geschichtliche und kulturgeschichtliche Ereignisse, in denen die Musikvereinigung eine Rolle spielt.

 

1.2    Fotos aus der Gründungszeit: Das Jahr der Aufnahme und die Namen der darauf abgebildeten Musiker müssen belegt werden.

 

1.3    Datierte Inschriften: Inschriften auf alten Instrumenten, Instrumentenkästen oder in Notenbüchern mit Datum und Namen der Musikgemeinschaft können ebenfalls als Nachweis für das Bestehen anerkannt werden.

 

1.4    Festschriften, Presseberichte: Zweckdienlich sind Festbücher oder Presseberichte, die vor dem Jahr 1968 verfasst wurden und überzeugende Angaben zur Chronik, Namen der Gründungsmitglieder oder Dirigenten enthalten.

 

1.5    Mündliche Überlieferungen: Die Berufung auf mündliche Überlieferung kann in Ausnahmefällen unter folgenden Voraussetzungen erfolgen:

 

  • Die schriftliche Fixierung der Aussagen muss vor dem Jahr 1968 erfolgt sein.
  • Die Aussagen müssen mit anderen Feststellungen und Nachweisen übereinstimmen, diese überzeugend ergänzen oder durch sie Bestätigung finden.
  • Sie müssen durch Pfarramt, Gemeinde oder Landkreis nach Inhalt und Form der Überlieferung als glaubwürdig bestätigt sein.

 

2. Kurzer Abriss der Geschichte: Dem geschichtlichen Abriss in tabellarischer Form liegen ergänzende Nachweise im Abstand von fünf bis zehn Jahren bei. (Hier finden Sie ein Beispiel eines geschichtlichen Abrisses.)

 

3. Tätigkeitsbericht der Musikvereinigung über die musikalischen Aktivitäten der letzten fünf Jahre, hierzu Konzertprogramme und datierte Presseberichte der letzten fünf Jahre,
ferner das Festbuch und Konzertprogramme einer etwa schon stattgefundenen Jubiläumsfeier sowie Unterlagen über besondere Leistungen in früherer Zeit, die zur Begründung des Antrags wesentlich erscheinen, sollten eingereicht werden.

 

4. Bescheinigung der Ortsbehörde: Stadt, Gemeinde oder Landkreis bestätigen die kulturelle Betätigung der Musikvereinigung und ihre Verdienste um das instrumentale Musizieren.

 

Weitere Hinweise: Das Antragsformular ist in dreifacher Ausfertigung vollständig und sorgfältig auszufüllen. Insbesondere ist darauf zu achten, dass die genaue Bezeichnung der Musikvereinigung entsprechend der Satzung angegeben wird. Als Ortsbezeichnung sind die amtliche Bezeichnung der politischen Gemeinde (Ortsname) und der Kreis einzutragen. Die im Antragsformular geforderten Anlagen sind nur einfach einzureichen. Die dort unter Punkt 10a) genannten Unterlagen können in beglaubigter Kopie eingereicht werden. Zu 10b) und 10c) genügen Kopien; die Bescheinigung der Ortsbehörde (10d) muss im Original vorgelegt werden.

Zusammenfassung

Alle Antragsinformationen auf einen Blick

Empfehlungsausschuss

 

Die Geschäftsstelle des Empfehlungsausschusses zur Verleihung der Pro-Musica-Plakette ist beim Bundesmusikverband Chor & Orchester e.V. angesiedelt. Die Geschäftsstelle bearbeitet die Anträge und legt sie einem Empfehlungsausschuss vor, der einmal jährlich im Spätherbst zusammentritt. Der Ausschuss besteht aus folgenden Mitgliedern:

 

  • Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
  • Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder
  • Bundesmusikverband Chor & Orchester

 

Wenn der Empfehlungsausschuss über einen Antrag einer Musikvereinigung mit Sitz im Ausland zu entscheiden hat, tritt ein Vertreter des Auswärtigen Amtes hinzu.

 

Beschlussfassungen des Empfehlungsausschusses durch Fernkommunikationsmittel sind zulässig, wenn kein Mitglied diesem Verfahren widerspricht.

Die Verleihung der Plakette erfolgt auf Vorschlag des zuständigen Landeskulturministers auf Grund der Stellungnahme des Empfehlungsausschusses. Der Vorschlag wird dem Bundespräsidenten durch die Beauftragten für Kultur und Medien vorgelegt. Die Urkunde über die Verleihung der Ehrenplakette unterzeichnet der Bundespräsident.